Die Juden und Christen, die in den Muslimisch eroberten Gebieten lebten, hatten nicht den Status eines Gefangenen sondern den eines “Zimmi” und erhielten damit bedeutende Rechte. Dieser Status wurde nicht-Muslimischen Untertanen zugebilligt, die mit der “cizye”, dafür eine Kopfsteuer zu entrichten hatten. Damit wurde ihnen die Sicherheit von Leben und Besitz und Religions- und Gewissensfreiheit garantiert. Siewaren ausserdem vom Militärdienst befreit und erhielten das Recht, bei Meinungsverschiedenheiten untereinander eine Lösung nach eigenem Recht zu suchen; wenn erforderlich, wurde die bezahlte Kopfsteuer auch zurückerstattet.
Die Einbehaltung der Kopfsteuer wurde oft falsch interpretiert und man versuchte, dies als Ungerechtigkeit darzustellen. Von der Muslimischen Bevölkerung behielt die Islamische Führung keine Kopfsteuer ein, denn diese war verpflichtet, Militärdienst zu leisten, während Nicht-Muslime von dieser Aufgabe befreit waren. Außerdem wurde die Kopfsteuer der Nicht-Muslime dazu verwendet, die Rechte von Nicht-Muslimen zu schützen und für bedürftige Nicht-Muslime zu sorgen. Wenn wir den Status des “Zimmi” und die Praxis der Muslimischen Führung bezüglich der Kopfsteuer betrachten, erkennen wir also, Vorurteile mancher Menschen unbegründet sind.
Unser Prophet sagte “wer den Zimmi unterdrückt oder ihm eine Last auflädt, die er zu schwach ist zu tragen, dessen Feind bin ich” und zeigte den Gläubigen, wie sie sich den Nicht-Muslimen gegenüber zu verhalten haben. Mit dieser Moral sahen die Muslime, dass es eine ihrer wichtigen Pflichten ist, die unter ihrer Herrschaft lebenden Nicht-Muslime zu schützen. Dem Muslimischen Rechstverständnis zufolge hatten die Nicht-Muslime manche Rechte erhalten, die der Staat zu schützen hat. Ein Artikel aus einem Vertag, der zur Zeit von des Kalifen Omar zwischen den Hira-Christen und den Muslimen beschlossen wurde, ist ein wichtiges Beispiel für die Einstellung der Islamischen Führung gegenüber den Nicht-Muslimen. Der Artikel besagt: “Wenn jemand von diesen - nachdem er reich war - kraftlos, alt oder durch Krankheit von Schmerzen geplagt oder arm wird, dieser und dessen Familie erhalten für die Dauer ihres Aufenthaltes auf Islamischen Boden Hilfe aus der Staatskasse.14 Eine weitere „Sozialleistung“ war die staatliche Hilfe aus der Staatskasse für Nicht-Muslime, die unfähig waren, ihre Steuern zu entrichten, sowie die Erleichterung ihrer Beschwernisse. Die Erklärung Omars, die dieser vor der Vereinbarung mit der Bevölkerung von Damaskus abgab, ist aufgrund der Sensibilität der Muslime bezüglich der Kopfsteuer und der Nicht-Muslime von Bedeutung:
Nehmt das Land, das Allah gewährte, nicht aus den Händen der Menschen und erlegt, wie im Buch Allahs bemerkt ist, die Kopfsteuer auf. Verlangt nicht mehr, wenn die Kopfsteuer von diesen bezahlt wird. Wenn wir das Land untereinander aufteilen, wird ihren Kindern nichts mehr übrigbleiben. Bleibt das Land bei seinen eigentlichen Besitzern, dann können die Muslime von dem leben was diese produzieren. Ihr könnt ihnen die Kopfsteuer auferlegen, aber ihr könnt sie niemals als Gefangene nehmen. Ihr könnt keine Ungerechtigkeit begehen, die diese kränkt oder ihnen Schaden zufügt, und ohne Recht könnt ihr deren Besitz nicht nehmen. Ihr seid verpflichtet, die Aufgaben zu übernehmen, denen ihr in den Abkommen mit ihnen zugestimmt habt.
Wie zu sehen ist, betrachteten die aufrichtigen Muslime, die der Quranischen Moral folgten, die Sicherheit von Leben und Besitz der Andersgläubigen als eine Verpflichtung. Ein weiteres Beispiel der Islamischen Moral, die der Prophet die Muslime lehrte, ist die Rückzahlung der Kopfsteuer, als während eines Krieges mit dem byzantinischen Heer die Islamische Armee die Christen nicht wie erforderlich schützen konnte.
Die freundschaftlichen Beziehungen, die die Islamische Welt in der Vergangenheit mit Juden und Christen einging, sind auch noch für die heutige Zeit ein wichtiges Beispiel. Die Islamische Moral erfordert, den Anhängern unerschiedlicher Religionen und Glaubensrichtungen tolerant zu begegnen, ihre Werte zu achten und ein Umfeld zu schaffen, das ein friedliches Zusammenleben ermöglicht. Deshalb ist die Verbreitung dieser Moral ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Weltfriedens.
Toleranz und Verständnis der Muslime erfordern gleiches Verhalten von aufrichtig glaubenden Juden und Christen. Denn Allah befahl auch Juden und Christen, andere Menschen zu lieben und Vorreiter für Freundschaft und Frieden zu sein.
DER RECHTLICHE STATUS DER JUDEN UND CHRISTEN DER MUSLIMISCHEN GESELLSCHAFT
Zusammenfassung
Dieser Artikel beleuchtet den rechtlichen Status von Juden und Christen (Zimmi) in muslimischen Gesellschaften und zeigt auf, dass ihnen weitreichende Rechte, Schutz und Religionsfreiheit gewährt wurden. Er widerlegt Vorurteile bezüglich der Kopfsteuer (Cizye) und betont die koranische Moral der Toleranz und des Schutzes Andersgläubiger, die der Prophet den Muslimen lehrte. Der Text unterstreicht die historische Bedeutung dieser Prinzipien für das friedliche Zusammenleben und den Weltfrieden.
Wichtigste Punkte
- Juden und Christen in muslimisch eroberten Gebieten erhielten als Zimmi umfassende Rechte, darunter Lebens- und Besitzsicherheit sowie Religionsfreiheit.
- Die Kopfsteuer (Cizye) für Nicht-Muslime war keine Ungerechtigkeit, sondern ermöglichte ihre Befreiung vom Militärdienst und sicherte ihren Schutz sowie soziale Fürsorge.
- Der Prophet Muhammad lehrte die Muslime, Andersgläubige nicht zu unterdrücken und ihre Rechte zu schützen, was als wichtige Pflicht galt.
- Historische Beispiele, wie der Vertrag von Kalif Omar mit den Hira-Christen, belegen die staatliche Unterstützung für bedürftige Nicht-Muslime.
- Die koranische Moral erfordert Toleranz, Achtung anderer Glaubensrichtungen und die Schaffung eines friedlichen Zusammenlebens, was zum Weltfrieden beiträgt.
- Muslime waren verpflichtet, die Kopfsteuer zurückzuerstatten, wenn sie den Schutz der Nicht-Muslime nicht gewährleisten konnten, wie im Krieg mit den Byzantinern geschehen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rechte hatten Juden und Christen als Zimmi in muslimischen Gesellschaften?
Als Zimmi genossen Juden und Christen in muslimischen Gesellschaften bedeutende Rechte, darunter die Sicherheit von Leben und Besitz, Religions- und Gewissensfreiheit. Sie waren auch vom Militärdienst befreit und konnten bei Meinungsverschiedenheiten untereinander ihr eigenes Recht anwenden.
Was war der Zweck der Kopfsteuer (Cizye) für Nicht-Muslime?
Die Kopfsteuer (Cizye) für Nicht-Muslime diente dazu, ihre Sicherheit von Leben und Besitz sowie ihre Religionsfreiheit zu garantieren. Sie wurden im Gegenzug vom Militärdienst befreit, und die Einnahmen wurden auch für den Schutz und die Versorgung bedürftiger Nicht-Muslime verwendet.
Wie verhielten sich Muslime gegenüber Nicht-Muslimen gemäß den Lehren des Propheten?
Gemäß den Lehren des Propheten Muhammad war es eine wichtige Pflicht der Muslime, die unter ihrer Herrschaft lebenden Nicht-Muslime zu schützen. Der Prophet sagte, dass er der Feind dessen sei, der einen Zimmi unterdrückt oder ihm eine unerträgliche Last auferlegt, was die Gläubigen zu einem respektvollen Umgang anhielt.
Welche Beispiele gibt es für die soziale Fürsorge der muslimischen Führung gegenüber Nicht-Muslimen?
Ein Beispiel ist ein Artikel aus einem Vertrag zwischen Kalif Omar und den Hira-Christen, der besagt, dass bedürftige Nicht-Muslime und ihre Familien Hilfe aus der Staatskasse erhalten. Auch Nicht-Muslime, die ihre Steuern nicht entrichten konnten, erhielten staatliche Hilfe und Erleichterungen.
Welche Bedeutung hat die Toleranz im Islam für das Zusammenleben verschiedener Glaubensrichtungen?
Die islamische Moral erfordert, Anhängern unterschiedlicher Religionen tolerant zu begegnen, ihre Werte zu achten und ein Umfeld für friedliches Zusammenleben zu schaffen. Diese Moral ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Weltfriedens und erfordert gegenseitiges Verständnis von allen Gläubigen.
Wann wurde die Kopfsteuer an Nicht-Muslime zurückerstattet?
Die Kopfsteuer wurde an Nicht-Muslime zurückerstattet, wenn die islamische Armee sie während eines Krieges, beispielsweise mit dem byzantinischen Heer, nicht wie erforderlich schützen konnte. Dies zeigte die Verpflichtung der Muslime zum Schutz der Nicht-Muslime.


